Neue Studienergebnisse: Das Training mit dem Bewegungstherapiegerät MOTOmed viva2 Parkinson verbessert die Gehfähigkeit bei Parkinson Patienten

Aktiv und assistiv „erzwungene“ Bewegungsgeschwindigkeit (Forced Exercise) führt zu einer Verbesserung der Ganggeschwindigkeit und der Schrittlänge bei Patienten mit bilateraler Parkinsonerkrankung. Dies bestätigen jetzt neueste Untersuchungen eines Forschungsteams um Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse, dem Leiter des Instituts für Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln.

Mit der demografisch bedingten Alterung der Bevölkerung werden u. a. Parkinson-Syndrome in Zukunft rasant zunehmen. Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden ab 2040 die neurodegenerativen Krankheiten die Krebserkrankungen als zweithäufigste Todesursache nach Herzkreislauferkrankungen überholen. Dies fordert eine gezielte Behandlung des Krankheitsbildes, das mit Symptomen wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Tremor einhergeht.

Das Forced Exercise Training mit dem Bewegungstherapiegerät MOTOmed viva 2 Parkinson aus dem Hause RECK stellt eine zuverlässige Methode dar, die Symptomatiken der Parkinsonerkrankung positiv zu beeinflussen und das Wohlbefinden der Patienten aufgrund einer Verbesserung der Gehfähigkeit zu steigern. Die Anwender erzielen motorunterstützt eine bis zu 30% höhere Geschwindigkeit, dabei können die Pedaldrehzahlen bis zu 90 Umdrehungen pro Minute sehr erfolgreiche Ergebnisse erzielen. Dies belegt die aktuelle Studie der deutschen Sporthochschule Köln, in der die Effekte eines aktiv und assistiv erzwungenen Bewegungstrainings (Forced Exercise) am MOTOmed viva2 Parkinson im Vergleich zu einem passiven Training untersucht und diesem gegenübergestellt wurde.

Bildgebende Verfahren lassen vermuten, dass die neuronale Aktivierung in verschiedenen Hirnregionen durch ein aktiv und assistiv durchgeführtes Forced Exercise Training im Vergleich zu einem passiven Forced Exercise Training stärker beeinflusst wird. Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass die Nachhaltigkeit einer solchen Bewegungsintervention noch nicht bekannt ist.

In der durchgeführten, randomisierten Studie haben 24 Patienten mit Symptomen der bilateralen Parkinsonerkrankung an einem 12-wöchigen Trainingsprogramm teilgenommen, das entweder durch ein aktiv assistives oder passives Forced Exercise Training gekennzeichnet war. Die 12 Patienten der Kontrollgruppe durchliefen im Anschluss eine 12-wöchige MOTOmed Intervention. Hierdurch erhöhte sich die untersuchte Fallzahl auf 36 Personen. Dies stellt im internationalen Vergleich zu anderen sporttherapeutischen Untersuchungen und im Sinne der externen Evidenz eine große Stichprobe dar. Das Bewegungstraining mit dem MOTOmed wurde zusätzlich in das alltägliche Therapieprogramm und die standardisierte medizinische Behandlung integriert. An drei verschiedenen Messzeitpunkten (vor Beginn des Trainings, im direkten Anschluss an das Training und 12 Wochen nach Abschluss des Trainings) wurden die Tremorwerte, die Gehfähigkeit und die motorische Untersuchung nach der Unified Parkinson Disease Rating Scale ermittelt.

Die Ergebnisse zeigten, dass durch beide Interventionsmethoden die Gehgeschwindigkeit um 0,5 km/h erhöht wurde, die Schwungphase sowie die monopedale Standphase eine Steigerung von jeweils 2 % verzeichnete, die Schrittlänge um 11 cm erweitert und die Doppelstandphase um 2 % verringert wurde. Das aktiv assistive Forced Exercise Training konnte dabei den Haltungs- und den Aktionstremor positiv beeinflussen und hinsichtlich der Ganggeschwindigkeit und der Schrittlänge nachhaltige Verbesserungen und Langzeiteffekte erzielen.

Fazit: Ein aktiv und assistiv forciertes Bewegungstraining mit dem MOTOmed viva2 Parkinson stellt eine nachhaltige Therapiemethode dar, um die Gangfähigkeit bilateral erkrankter Parkinson Patienten langfristig zu verbessern und damit das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu erhöhen.

Veröffentlicht wurden diese positiven Studienergebnisse in der international renommierten Fachzeitschrift „Gait & Posture“:

DOI: dx.doi.org/10.1016/j.gaitpost.2015.08.001

T. Stuckenschneider, I. Froböse, B. Feodoroff (Institut für Gesundheitsförderung und Klinische Bewegungswissenschaften, Deutsche Sporthochschule Köln)I. Helmich, A. Raabe-Oetker (Abteilung für Neurologie, Psychosomatische Medizin und Psychiatrie, Institut für Gesundheitsförderung und Klinische Bewegungswissenschaften, Deutsche Sporthochschule Köln)

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